Mittwoch, August 23, 2017

Geschichte des IVA

Gründung und Entwicklung des IVA

Von Hans-Joachim Schick


„Wir sind gegen Filz und Profitgier. Wir wollen keine persönliche Vorteilnahme. Wir wollen uns gegenseitig informieren. Wir wollen uns gegenseitig uneigennützig helfen.“

Unter dieser Präambel wurde am 07. September 1997 der Interessen-Verband der Auslandjäger - IVA e.V. in Florstadt gegründet. Initiator war Dr. Reinald von Meurers, Arzt, Buchautor und Jäger „weltweit“, der auch erster Vorsitzender des Verbandes wurde. Eine Gruppe von 30 engagierten Jägern hatte sich gefunden, die mit Schwung an das Aufbrechen verkrusteter Strukturen im Bereich der Auslandsjagd gehen wollten. Dabei verfolgte man die Absicht, mit seriösen Anbietern und Berufsjägern zusammenzuarbeiten, Jagdreisen den Mitgliedern direkt zu offerieren und vor allem auch Missstände bei der Auslandsjagd aufzudecken und "schwarze Schafe" beim Namen zu nennen. Ein wesentlicher Punkt sollte die detaillierte Information direkt von Mitglied zu Mitglied sein. Um dieses zu professionalisieren, wurde sehr bald an die Einrichtung einer Datenbank für Jagdberichte gedacht, die zur Information von den Mitgliedern auf der Homepage abrufbar ist.

Die Mitgliederversammlungen während der Gründerphase waren von erfrischender Kürze geprägt, das heißt, Regularien wurden sehr kurz abgehandelt, um dann den Informationen über die Erfahrungen zur Auslandsjagd breiten Raum einzuräumen. Die ersten beiden Versammlungen fanden in Florstadt statt. 1998 im August fand dann auch erstmals eine Versammlung mit Info-Seminar im norddeutschen Bereich, in Bad Nenndorf statt. Das dortige Kurhaus erwies sich als Tagungsstätte mit der richtigen Größe und auch moderaten Preisen.
Die Arbeit an der gemeinsamen Aufgabe des IVA-Vorstandes begann darunter zu leiden, dass nicht mehr miteinander, sondern gegeneinander gearbeitet wurde, was schließlich dazu führte, dass anlässlich der Versammlung am 17.04.1999 in Florstadt der IVA-Vorstand mit seinen Gründungsmitgliedern geschlossen zurücktrat.

Ziel des neuen Vorstandes mit dem Vorsitzenden Hans-Joachim Schick war es, unter Fortsetzung der Aufgaben des IVA zunächst einmal den Verband zu konsolidieren, und die Mitglieder von einer Zukunft des IVA zu überzeugen.

Wesentliches Mittel der gegenseitigen Information stellt der „DURCHBLICK“ dar, das Vereinsorgan, der in unterschiedlichsten Gestaltungen, je nach Gusto des Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, manchmal zu viel, manchmal zu wenig an Informationen für die Mitglieder brachte. Seit 2003 erscheint der DURCHBLICK 2 – 3-mal jährlich in geänderter Aufmachung und professioneller Gestaltung mit hohem Informationswert.

Die Mitgliederzahl des Vereines stieg auf über 300. Der „DURCHBLICK“ hat sich als wichtigste Informationsquelle für die Mitglieder entwickelt, da zu den Info-Seminaren, wovon es inzwischen 28 gibt, nur etwa bis zu 80 Mitglieder kommen. Aber gerade die Info-Seminare, die in den Folgejahren im Wechsel zwischen Bad Nenndorf und Orten in Süddeutschland stattfanden, stellten sich als besonders gute Informationsquellen dar. Im unmittelbaren Gedankenaustausch von Jagdfreund zu Jagdfreund können neueste Erkenntnisse über die Auslandsjagd und Erlebnisse dort weitergegeben werden, und Jäger sind ja häufig auch gesellige Menschen, was bei den "Lagerfeuern" nach den Info-Seminaren sehr schön gelebt wird.

Eine weitere wichtige Informationsquelle für die Mitglieder ist die Datenbank der Jagdberichte. Jedes Mitglied ist gehalten, nach seiner Auslandsjagdreise ein formatiertes Formular, nämlich das Formblatt „Jagdbericht“ auszufüllen und der Geschäftsstelle zu senden, die es nur für Mitglieder zur Verfügung stellt. Des Weiteren stellt die Homepage des IVA Informationen zur Verfügung. Es hat sich auch ein sehr reger und wertvoller Informationsaustausch der Mitglieder über E-Mails entwickelt: Anfragen werden an die Geschäftsstelle gemailt, die dann die Anfrage an alle Mitglieder per E-Mail weitergibt.

Der neue Vorstand hatte  im Jahre 2000  eine Satzungsänderung durch die Mitgliederversammlung beschließen lassen, die die Gemeinnützigkeit des IVA sicherstellt. Die Verpflichtung des Vereins, sinnvolle internationale Projekte zur Wilderhaltung und Naturschutz zu fördern, konnte nun auch steuerbegünstigt verwirklicht werden. Als erstes Projekt wurde die Geparden- und Leopardenforschung des Okatumba-Wildlife-Research in Namibia finanziell gefördert, im weiteren auch über den namibischen Berufsjagdverband, der NAPHA, Mittel für die Ausbildung von Fährtensuchern und Abhäutern zur Verfügung gestellt.

 In den Jahren 2004 und 2005 förderte der IVA die Einrichtung eines Naturschutzgebietes mit jagdlicher Nutzung im Erongo / Namibia. Insbesondere sollte das Spitzmaulnashorn wieder angesiedelt werden. Leider zeigte sich dabei, dass kommerzielle Aspekte der namibischen Farmer des Erongo sich nicht in Deckung mit den Zielen des IVA bringen ließen. Seit 2010 wird das Projekt "Brown Hyena" (Schabracken-Hyäne) von Frau Dr. Wiesel in Lüderitz / Namibia gefördert.

Auslandsjäger bekommen besonders die bürokratische Akribie von Beamten bei der Grenzüberschreitung mit Feuerwaffen zu spüren und sind kritische Beobachter bei der Entwicklung des internationalen Waffenrechts. In Konsequenz wurde daher der IVA als Institution Mitglied im Forum Waffenrecht, um auch über diese Schiene Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Entwicklung des Waffenrechts zu haben. Mit der Gothaer Versicherung wurden Rahmenverträge über die Versicherung von Jagdwaffen und Jagdhaftpflichtversicherungen abgeschlossen, mit Vorzugskonditionen für IVA-Mitglieder. Gerade der Auslandsjäger muss in besonderem Maße auf seine Haftpflichtversicherung achten, wobei die Höhe der Deckungssumme eine wesentliche Rolle spielt.

Im Jahre 2000 nahm der IVA erstmals mit einem Stand an der Messe Jagd & Hund in Dortmund teil. Der Erfolg der Messe liegt darin, dass viele neue Mitglieder gewonnen werden konnten.

Der IVA besteht seit 1997 und hat seitdem vieles für seine Mitglieder bewirken können. Aber die Aufgabe ist längst noch nicht zu Ende, und es wird noch ein weiter Weg sein, um zum "Verbraucherverband der Auslandsjäger" zu werden. Gleichwohl kann man sagen, dass die Stimme des IVA im Konzert der Interessenten der Auslandsjagd sehr wohl gehört wird und Beachtung findet. Er ist von der Mitgliederzahl und seiner Ausrichtung her für jeden Auslandsjagd-Interessierten die richtige Interessenvertretung.


Hans-Joachim Schick, März 2012

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